Warenkunde -
Was steckt da in meiner Hofkiste?

Artischocke

Schon gewusst?

Aus der griechischen Mythologie ist bekannt, dass Cynaria, eine Schönheit mit langem blondem Haar, Jupiter wahrlich den Kopf verdreht hatte. Da sie aber deutlich weniger Interesse an ihm hatte als er an ihr, wurde Jupiter zornig und verwandelte sie in eine stachelige Pflanze, die Artischocke.

Wo kommt’s her?

Die weniger romantisch veranlagten Botaniker aus dem 20 Jahrhundert ordnen die Artischocke einfach den Distelgewächsen zu, die im Mittelmeerraum zu Hause sind. Gegessen werden die hübschen Blütenköpfe, die kurz vor der Blüte geerntet werden.

Wie wird’s verwendet?

Das Essen der frischen Knospen-Köpfe ist ein vergnügliches, kulinarisches Abenteuer. Denn Artischocken isst man nicht mit Messer und Gabel, sondern man streift das zarte Fleisch von den Blattschuppen mit den Zähnen ab (gerne auch zutzeln genannt). Dazu wird zuerst der Stängel entfernt, dann werden die Knospen mit dem Stielrest nach unten in kochendes Salzwasser (Zitronen im Wasser sorgen für einen noch besseren Geschmack) gelegt und zugedeckt gegart, bis sich die Blätter leicht abzupfen lassen. Dann zupft man Blatt für Blatt ab, tunkt es in einen köstlichen Dipp und genießt den leckeren nussigen leicht bitteren Geschmack. Zum Schluss kann man das Fruchtfleisch auf dem Boden ebenfalls noch mit dem Dipp. Guten Appetit!

Was bringt’s mit?

Artischocken wurden 2003 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Kein Wunder! Denn die medizinischen Wirkungen der Artischockenblätter sind vielfältig. Der enthaltene Bitterstoff Cynarin senkt den Cholesterinspiegel, entgiftet den Körper und ist gut für die Galle. Außerdem kurbeln Artischocken den Stoffwechsel an, helfen gegen Übelkeit und Erbrechen und werden sogar bei erhöhtem Eiweiß-Anteil im Urin eingesetzt. Auch erhöhte Harnsäurewerte, Rheuma, Gicht, Blutbildung, Arteriosklerose, Blasen- und Nierenschwäche werden durch die Wirkstoffe der Artischocke positiv beeinflusst.

Tipp:

Damit die ungegarte Artischocken lange frisch bleiben, sollten sie kühl und dunkel gelagert werden. Dabei ungewaschen in ein feuchtes Tuch wickeln. Achtung: Gegarte Artischocken lassen sich höchstens 3 Tage aufbewahren, weil sie schnell Giftstoffe freisetzen.