Herkunft, Sorten und Besonderheiten der Quitte
Woher kommt die Quitte und womit ist sie verwandt?
Die Quitte gehört wie Apfel und Birne zum Kernobst und ist mit beiden verwandt. Trotzdem ist sie eine eigene Obstart – also weder Apfel noch Birne. Ursprünglich stammt sie vermutlich aus West- und Zentralasien und verbreitete sich von dort bis in den Mittelmeerraum. Heute wächst sie auch bei uns und wird im Herbst geerntet.
Botanisch trägt die klassische Quitte den Namen Cydonia oblonga. Ihre Verwandtschaft mit Apfel und Birne zeigt sich unter anderem am Kerngehäuse im Inneren der Frucht. Deutlich anders ist das sehr feste Fruchtfleisch. Auch der intensive Duft gehört zu den typischen Merkmalen einer reifen Quitte.
Je nach Sorte sind die Früchte eher rund oder deutlich länglicher. Daher stammen auch die Bezeichnungen Apfelquitte und Birnenquitte. Daneben gibt es zahlreiche einzelne Sorten, die sich in Form, Größe, Duft und Beschaffenheit des Fruchtfleisches unterscheiden.
Wächst die Quitte als Baum oder als Strauch?
Quitten können als kleine Bäume oder größere Sträucher wachsen. Welche Form eine Pflanze entwickelt, hängt unter anderem von Sorte, Unterlage und Schnitt ab. Im Frühjahr erscheinen helle Blüten, aus denen sich über den Sommer zunächst grüne und später gelbe Früchte entwickeln.
Viele Quitten tragen einen feinen Flaum auf der Schale. Er ist ein natürlicher Bestandteil der Frucht und lässt sich bei reifen Quitten meist leicht abreiben. Das Fruchtfleisch darunter bleibt auch bei reifen Früchten ausgesprochen fest.
Bis ein junger Quittenbaum größere Mengen trägt, braucht es etwas Geduld. Ein warmer, geschützter Standort ist günstig. Wer eine Quitte für den eigenen Garten auswählt, sollte neben der Sorte auch auf Wuchsform und spätere Größe der Pflanze achten.
Sind Apfelquitte, Birnenquitte und Zierquitte dasselbe?
Apfel- und Birnenquitten sind Formen der klassischen Quitte und werden nach ihrer Fruchtform bezeichnet. Apfelquitten sind eher rund, Birnenquitten länglicher. Eine Zierquitte ist dagegen eine andere Pflanze, auch wenn ihre Früchte auf den ersten Blick an kleine Quitten erinnern können.
Auch Japanische Zierquitten und die Chinesische Quitte werden unter ähnlichen Namen angeboten. Botanisch gehören jedoch nicht alle Pflanzen, die „Quitte“ im Namen tragen, zur gleichen Gattung. Zierquitten findet man in Gärten häufig wegen ihrer auffälligen Blüten.
Bei den klassischen Speisequitten gibt es wiederum zahlreiche Sorten. Sie unterscheiden sich unter anderem in Größe, Form, Aroma und Beschaffenheit des Fruchtfleisches. Deshalb können Quitten beim Einkauf durchaus unterschiedlich aussehen.
Aromen, Kombinationen und besondere Küchenideen
Was passt geschmacklich besonders gut zu Quitten?
Das kräftige, fruchtig-herbe Aroma der Quitte lässt sich gut mit Äpfeln, Birnen und Zitrusfrüchten kombinieren. Äpfel bringen eine vertraute Fruchtigkeit mit, Birnen eine mildere Süße. Zitrone oder Orange ergänzen die Quitte mit Säure und frischen Zitrusaromen.
Auch klassische Herbstgewürze passen dazu. Zimt, Vanille, Ingwer oder Kardamom können je nach Zubereitung verwendet werden. Bei kräftigen Gewürzen reichen meist kleine Mengen, damit das eigene Aroma der Quitte erhalten bleibt.
Walnüsse und Mandeln ergänzen Quitten in Kuchen und Desserts. Auch Käse lässt sich mit der fruchtig-herben Note verbinden. So eignet sich die Frucht nicht nur für Gelee und Kompott, sondern ebenso für süße und herzhafte Gerichte.
Kann man Quitten auch herzhaft zubereiten?
Quitten können auch in herzhaften Gerichten verwendet werden. Ihre fruchtige Säure passt zu Zwiebeln, kräftigen Gewürzen und Käse. Gleichzeitig bleibt das feste Fruchtfleisch beim Garen länger in Form als das vieler anderer Früchte.
Eine klassische Möglichkeit ist Quitten-Chutney mit Zwiebeln, Essig und Gewürzen. Es kann zu Käse oder anderen herzhaften Speisen serviert werden. Auch Schmor- und Ofengerichte lassen sich mit einigen Quittenstücken ergänzen.
Wie kräftig die Quitte im fertigen Gericht hervortritt, hängt von der verwendeten Menge und den übrigen Zutaten ab. Häufig genügt bereits ein kleiner Anteil, um einem bekannten Gericht eine deutlich fruchtige und leicht herbe Note zu geben.
Quitten aufbewahren und für später bewahren
Wie lassen sich Quitten länger aufbewahren?
Frische Quitten lassen sich eine Zeit lang lagern, wenn sie fest, unbeschädigt und ohne größere Druckstellen sind. Dafür eignet sich ein kühler Ort, an dem die Früchte mit etwas Abstand liegen und regelmäßig kontrolliert werden können. Beschädigte Quitten sollten zuerst verarbeitet werden.
Wie lange eine Quitte tatsächlich lagerfähig ist, hängt von Sorte, Reifegrad und Lagerbedingungen ab. Werden einzelne Stellen weich, dunkel oder auffällig, sollte die Frucht kontrolliert und gegebenenfalls zeitnah verarbeitet werden.
Reife Quitten verströmen einen intensiven Duft. Deshalb empfiehlt es sich, sie nicht unmittelbar neben Lebensmitteln aufzubewahren, die fremde Aromen leicht annehmen. Bei einer größeren Ernte kann ein Teil frisch gelagert und der Rest direkt verarbeitet werden.
Kann man Quitten einfrieren oder einkochen?
Quitten lassen sich gut verarbeiten und dadurch über ihre eigentliche Saison hinaus verwenden. Zu den klassischen Möglichkeiten gehören Einkochen, Entsaften und Einfrieren. Welche Methode passt, hängt vor allem davon ab, was später aus den Früchten werden soll.
Für Kompott, Mus oder Gelee können größere Mengen auf einmal verarbeitet werden. Auch vorbereitete Quittenstücke lassen sich portionsweise einfrieren. Nach dem Auftauen sind sie meist weicher als frische Früchte, können für gegarte Speisen aber weiterhin verwendet werden.
Auch bereits gegarte Quitten können je nach späterer Verwendung eingefroren werden. Wer die Früchte entsaftet, kann den Saft beispielsweise zu Gelee weiterverarbeiten oder für andere Quittenzubereitungen verwenden.
Kann man Quitten trocknen?
Quitten können auch getrocknet werden. Dafür wird das vorbereitete Fruchtfleisch in möglichst gleichmäßige, eher dünne Stücke geschnitten. Beim Trocknen verliert es einen großen Teil seines Wassers, während sich Geschmack und Süße stärker konzentrieren.
Nach dem vollständigen Trocknen müssen die Stücke vor Feuchtigkeit geschützt aufbewahrt werden. Sie können später beispielsweise für Müsli, Fruchtmischungen oder zum Kochen verwendet werden.
Bei einer größeren Ernte lassen sich auch mehrere Methoden miteinander kombinieren. Ein Teil der Quitten wird frisch gelagert, ein anderer eingekocht, eingefroren, entsaftet oder getrocknet. So können die Früchte auch nach dem Ende der Herbstsaison noch verwendet werden.