Die krausen Blätter entstehen bereits beim Wachstum
Wirsingblätter wachsen nicht vollkommen glatt. Das Blattgewebe entwickelt sich zwischen den Blattadern unterschiedlich stark, wodurch sich die Oberfläche wölbt, faltet und die typische blasige Struktur entsteht.
Diese ausgeprägte Blattstruktur unterscheidet Wirsing deutlich von Weiß- oder Rotkohl. Besonders die äußeren Blätter können stark gekraust sein, während die Blätter im Inneren meist heller und etwas feiner wirken.
Ein Wirsingkopf ist weniger dicht gepackt
Wirsing gehört wie Weiß- und Rotkohl zu den Kopfkohlen. Seine Blätter schließen sich während des Wachstums zu einem Kopf zusammen, liegen dabei aber meist weniger dicht aufeinander.
Dadurch wirkt ein Wirsingkopf lockerer und lässt sich leichter zusammendrücken als ein fester Weißkohl. Zwischen den gewellten Blättern entstehen außerdem mehr kleine Zwischenräume.
Außen dunkelgrün, innen deutlich heller
Die äußeren Wirsingblätter bekommen während des Wachstums viel Licht und bilden entsprechend Chlorophyll. Deshalb zeigen sie häufig kräftige grüne bis blaugrüne Farbtöne.
Im Inneren des Kopfes erreicht deutlich weniger Licht die Blätter. Sie bleiben deshalb heller und können gelblich-grün bis fast cremefarben erscheinen – ein natürlicher Farbverlauf innerhalb desselben Kohlkopfes.
Die kräftigen Blattadern haben eine wichtige Aufgabe
Das auffällige Netz aus helleren Blattadern verleiht den großen Wirsingblättern Stabilität. Gleichzeitig verlaufen darin Leitungsbahnen, über die Wasser und gelöste Stoffe innerhalb der Pflanze transportiert werden.
Beim Essen fallen besonders die kräftige Mittelrippe und größere Blattadern durch ihre festere Struktur auf. Bei großen Außenblättern können sie deshalb vor der Zubereitung teilweise entfernt oder flacher geschnitten werden.
Wirsing ist nicht nur ein typisches Wintergemüse
Wirsing wird häufig mit kräftigen Wintergerichten verbunden, kann aber je nach Sorte und Anbauzeitpunkt über einen wesentlich längeren Zeitraum geerntet werden.
Frühere Sorten bilden meist zartere Köpfe, während spätere Sorten häufig kräftiger ausgeprägt sind. Geschmack, Blattfestigkeit und Verwendung können sich deshalb je nach Erntezeit unterscheiden.
Kälte kann den Geschmack beeinflussen
Bei niedrigen Temperaturen verändert sich der Stoffwechsel der Pflanze. Dabei können sich die Anteile verschiedener Zucker und anderer Inhaltsstoffe verändern, wodurch Wirsing nach kühler Witterung milder beziehungsweise leicht süßlicher schmecken kann.
Der Effekt hängt allerdings von Sorte, Temperatur und Wachstumsbedingungen ab. Die verbreitete Vorstellung, Wirsing müsse grundsätzlich erst Frost bekommen, bevor er geerntet werden kann, stimmt daher nicht.
Die gekrausten Blätter nehmen Flüssigkeit besonders gut auf
Durch ihre unregelmäßige, stark gewellte Oberfläche besitzen Wirsingblätter viele Vertiefungen und Falten. Beim Garen können sich darin Brühe, Sauce oder andere Bestandteile eines Gerichts sammeln.
Das ist ein Grund, warum Wirsing besonders gut zu geschmorten und cremigen Gerichten passt. Seine Blattstruktur trägt dabei nicht nur zum Aussehen bei, sondern beeinflusst auch, wie sich das Gemüse im fertigen Gericht anfühlt.