Ein Kohlkopf besteht eigentlich aus dicht gepackten Blättern
Was wie eine kompakte Kugel aussieht, ist botanisch ein dicht geschlossener Blattkopf. Die Blätter wachsen eng übereinander und schützen dabei die jüngeren Blätter im Inneren. Deshalb unterscheiden sich Außen- und Innenblätter häufig deutlich in Farbe, Festigkeit und Geschmack.
Die äußeren Blätter sind meist kräftiger, grüner und fester. Weiter innen werden die Blätter heller und zarter. Diese Unterschiede lassen sich auch in der Küche nutzen: Zarte Blätter eignen sich gut für feinere Zubereitungen, kräftigere für Gerichte mit längerer Garzeit.
Weißkohl ist nicht immer wirklich weiß
Seinen Namen trägt Weißkohl zur Abgrenzung von Rotkohl, tatsächlich reicht seine Farbe aber von hellem Grün bis fast Weiß. Besonders die äußeren Blätter können deutlich grün gefärbt sein, während das dicht geschlossene Innere wesentlich heller erscheint.
Der Grund liegt unter anderem im Licht. Die inneren Blätter werden von den darüberliegenden Blattschichten abgeschirmt und bilden deshalb weniger grünes Chlorophyll. Ein leicht grünlicher Weißkohl ist also keineswegs ungewöhnlich.
Weißkohl hat eine erstaunlich lange Saison
Weißkohl gehört zu den Gemüsearten, die über einen großen Teil des Jahres aus heimischem Anbau verfügbar sein können. Dabei gibt es frühe Sorten für die wärmere Jahreszeit und festere Herbst- und Wintersorten, die sich besonders gut lagern lassen.
Das erklärt, warum Weißkohl nicht nur als typisches Wintergemüse auftritt. Je nach Sorte und Erntezeit unterscheiden sich die Köpfe in Festigkeit, Blattstruktur und Lagerfähigkeit. Gerade die lagerfähigen Sorten machten Kohl früher zu einem wichtigen Gemüse für die kalte Jahreszeit.
Aus Weißkohl wird Sauerkraut – aber nicht durch Essig
Sauerkraut entsteht traditionell durch Milchsäuregärung. Fein geschnittener Weißkohl wird mit Salz vermischt und so verarbeitet, dass ausreichend Zellsaft austritt. Unter geeigneten Bedingungen übernehmen natürlich vorhandene Milchsäurebakterien anschließend die Fermentation.
Dabei entstehen Säuren, die dem Kraut seinen charakteristischen Geschmack geben und gleichzeitig zu seiner Haltbarkeit beitragen. Sauerkraut ist deshalb nicht einfach sauer eingelegter Weißkohl, sondern das Ergebnis eines biologischen Fermentationsprozesses.
Warum Kohl beim Schneiden plötzlich kräftiger riecht
Ein unangeschnittener Weißkohl riecht meist nur schwach. Erst beim Schneiden, Kauen oder Zerkleinern werden Pflanzenzellen verletzt und verschiedene darin enthaltene Stoffe kommen miteinander in Kontakt. Dadurch entstehen unter anderem charakteristische schwefelhaltige Verbindungen.
Beim Erhitzen können sich diese Aromen weiter verändern und intensivieren. Deshalb riecht lange gekochter Kohl oft deutlich kräftiger als kurz gebratener oder roh verarbeiteter Weißkohl. Der typische Kohlgeruch entsteht also erst durch die Verarbeitung besonders deutlich.
Ein großer Kohlkopf muss nicht auf einmal verarbeitet werden
Die kompakte Struktur des Weißkohls ist im Alltag ein Vorteil. Wird nur ein Teil benötigt, kann der restliche Kopf gekühlt weiter aufbewahrt werden. Dadurch eignet sich Weißkohl gut für mehrere unterschiedliche Gerichte über mehrere Tage hinweg.
Aus einem Kopf können beispielsweise zunächst Rohkost oder Krautsalat und später eine Gemüsepfanne, Suppe oder ein Schmorgericht entstehen. Gerade bei großen Köpfen lohnt es sich deshalb, nicht nach einem einzigen Rezept, sondern nach mehreren Verwendungsmöglichkeiten zu planen.
Beim Einkauf lohnt sich ein Blick auf den ganzen Kopf
Frischer Weißkohl sollte sich für seine Größe fest und kompakt anfühlen. Die Blätter sollten einen frischen Eindruck machen und der Kopf keine größeren faulen oder schmierigen Stellen aufweisen. Einzelne beschädigte Außenblätter sind dagegen nicht automatisch ein Qualitätsproblem.
Auch die Größe sagt wenig darüber aus, welcher Kohl besser schmeckt. Sorte, Erntezeitpunkt und Frische sind entscheidender. Wer nicht den ganzen Kopf benötigt, kann außerdem gezielt kleinere Köpfe wählen – oder den Weißkohl so einplanen, dass er für mehrere Gerichte verwendet wird.