Rotkohl und Weißkohl sind enger verwandt, als ihre Farbe vermuten lässt
Rotkohl und Weißkohl sind keine völlig unterschiedlichen Gemüsearten, sondern Kulturformen derselben Kohlart. Aufbau und Wachstum des Kopfes ähneln sich deshalb stark.
Der auffälligste Unterschied liegt in der Färbung. Rotkohl enthält Anthocyane, die seinen Blättern je nach Bedingungen rote, violette bis bläuliche Farbtöne verleihen.
Die Farbe des Rotkohls kann sich sichtbar verändern
Die Anthocyane im Rotkohl reagieren auf den pH-Wert ihrer Umgebung. Deshalb kann sich die Farbe bei der Zubereitung deutlich verändern.
Säurehaltige Zutaten wie Essig oder Zitronensaft lassen Rotkohl eher rötlich erscheinen. Bei weniger sauren beziehungsweise alkalischeren Bedingungen verschiebt sich die Färbung stärker in Richtung Violett oder Blau.
Ein Rotkohlkopf besteht aus vielen einzelnen Blättern
Was wie ein kompakter Kopf aussieht, besteht aus zahlreichen dicht übereinanderliegenden Blättern. Sie wachsen während der Entwicklung immer enger um das Pflanzenzentrum.
Beim Aufschneiden wird dieser Aufbau besonders gut sichtbar. Die helleren Blattadern und die violetten Blattflächen bilden dabei die typische fein verzweigte Struktur im Inneren des Rotkohls.
Rotkohl wächst nicht von Anfang an als fester Kopf
Junge Rotkohlpflanzen besitzen zunächst offen stehende Blätter. Erst während des weiteren Wachstums beginnen sich die inneren Blätter zunehmend nach innen zu wölben.
Nach und nach entsteht daraus der geschlossene Kohlkopf. Die großen äußeren Blätter bleiben weitgehend geöffnet und umgeben den sich entwickelnden Kopf wie eine schützende Hülle.
Auf dem Feld sieht Rotkohl oft ganz anders aus
Die äußeren Blätter eines Rotkohls können blaugrün, graugrün oder nur leicht violett erscheinen. Der Kohl auf dem Feld sieht deshalb häufig weniger intensiv gefärbt aus als später in der Küche.
Unter den äußeren Blättern liegen die dichter gewachsenen Blätter des Kopfes. Beim Anschneiden kommt ihre kräftige rot-violette Färbung besonders deutlich zum Vorschein.
Nicht jeder Rotkohl wird zur gleichen Zeit geerntet
Je nach Sorte und Anbauzeitpunkt kann Rotkohl zu unterschiedlichen Zeiten erntereif werden. Frühere Sorten werden bereits in der wärmeren Jahreszeit geerntet, spätere Sorten folgen im Herbst.
Gerade feste, spät geerntete Köpfe eignen sich gut für eine längere Lagerung. Das ist ein Grund dafür, dass Rotkohl traditionell auch in der Herbst- und Winterküche eine wichtige Rolle spielt.
Rotkohl färbt weit mehr als nur das Schneidebrett
Beim Schneiden werden Pflanzenzellen verletzt und die kräftigen Farbstoffe können austreten. Dadurch entstehen schnell violett-rötliche Spuren an Händen, Schneidebrettern oder Küchengeräten.
Auch andere Lebensmittel können beim gemeinsamen Zubereiten Farbe annehmen. Die intensive Färbung stammt unmittelbar aus den Blättern und ist eine natürliche Eigenschaft des Rotkohls.