Die Röschen sind eigentlich Seitenknospen
Rosenkohl bildet nicht einen großen Kohlkopf. Stattdessen entstehen entlang des aufrechten Stängels zahlreiche kleine Knospen in den Achseln der Blätter. Aus ihnen entwickeln sich die dicht geschlossenen Röschen.
Jedes einzelne Röschen ähnelt damit einem winzigen Kohlkopf. Genau diese besondere Wuchsform macht Rosenkohl innerhalb der Kohlgemüse so unverwechselbar.
Eine Rosenkohlpflanze kann erstaunlich hoch werden
Während im Handel meist nur die einzelnen Röschen zu sehen sind, wächst Rosenkohl auf dem Feld als kräftige, aufrechte Pflanze. Je nach Sorte und Bedingungen kann der Stängel eine beachtliche Höhe erreichen.
Die Röschen sitzen übereinander entlang dieses Stängels. Darüber bildet die Pflanze große Blätter, die dem Rosenkohl auf dem Feld ein völlig anderes Aussehen geben als später in der Küche.
Die Röschen entwickeln sich nicht alle gleichzeitig
Die Knospen am unteren Bereich des Stängels entwickeln sich in der Regel früher als diejenigen weiter oben. Deshalb können sich Größe und Reifegrad der Röschen an einer Pflanze unterscheiden.
Bei traditioneller Ernte lassen sich entsprechend entwickelte Röschen nach und nach pflücken. Im professionellen Anbau werden dagegen auch ganze Stängel geerntet und die Röschen anschließend maschinell davon getrennt.
Rosenkohl ist eng mit anderen Kohlgemüsen verwandt
Rosenkohl gehört wie Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Grünkohl, Kohlrabi und Brokkoli zur Art Brassica oleracea. Die teilweise enormen Unterschiede entstanden durch die gezielte Auswahl unterschiedlicher Pflanzenmerkmale.
Beim Rosenkohl wurden besonders die Seitenknospen ausgeprägt. Beim Weißkohl stehen dagegen die dicht gepackten Blätter des Haupttriebes und beim Kohlrabi die verdickte Sprossachse im Mittelpunkt.
Die großen Blätter gehören zur Pflanze dazu
Zwischen den Röschen wachsen große Blätter aus dem Stängel. In ihren Blattachseln befinden sich genau die Stellen, an denen sich die kleinen Rosenkohlköpfe entwickeln.
Während der Kultur können ältere oder störende Blätter entfernt werden. Deshalb sehen Rosenkohlpflanzen kurz vor der Ernte häufig deutlich kahler aus als während ihres früheren Wachstums.
Nicht jeder Rosenkohl ist gleich grün
Die meisten bekannten Sorten bilden grüne bis dunkelgrüne Röschen. Es existieren jedoch auch Sorten mit rötlichen oder violetten Farbtönen, die Rosenkohl optisch deutlich verändern können.
Auch bei grünen Sorten unterscheiden sich Größe, Festigkeit und Blattstruktur der Röschen. Rosenkohl ist deshalb als Gemüse vielfältiger, als die meist sehr gleichmäßige Handelsware vermuten lässt.
Rosenkohl ist für die kalte Jahreszeit gemacht
Die Pflanzen vertragen niedrige Temperaturen vergleichsweise gut und können bei geeigneten Sorten lange im Herbst und Winter auf dem Feld bleiben. Dadurch wurde Rosenkohl zu einem klassischen Wintergemüse.
Wie widerstandsfähig eine Pflanze tatsächlich ist, hängt allerdings von Sorte, Entwicklungszustand und Witterung ab. Kältetoleranz bedeutet daher nicht, dass jeder Rosenkohl beliebig starke oder lang anhaltende Fröste verträgt.