Grünkohl bildet keinen klassischen Kohlkopf
Anders als Weißkohl, Rotkohl oder Wirsing schließen sich die Blätter des Grünkohls nicht zu einem festen Kopf zusammen. Sie wachsen entlang eines kräftigen Stängels und bleiben weitgehend offen.
Geerntet werden die einzelnen Blätter beziehungsweise die Blattpartien der Pflanze. Dadurch unterscheidet sich Grünkohl schon im Aufbau deutlich von den klassischen Kopfkohlsorten.
Die krausen Blätter sind typisch für viele Grünkohlsorten
Die stark gewellte bis fein gekräuselte Blattoberfläche entsteht bereits während des Wachstums. Je nach Sorte können Form, Farbe und Stärke der Kräuselung deutlich unterschiedlich ausfallen.
Neben den bekannten sattgrünen Formen gibt es beispielsweise auch dunkelgrüne, blaugrüne oder violett gefärbte Grünkohlsorten. Grünkohl ist botanisch und optisch vielfältiger, als das klassische Bild vermuten lässt.
Grünkohl wächst von unten nach oben
Die älteren Blätter sitzen weiter unten am Stängel, während sich an der Spitze laufend neue Blätter entwickeln. Mit zunehmendem Wachstum kann dadurch eine stattliche Pflanze mit deutlich sichtbarem Stamm entstehen.
Bei der Ernte können einzelne äußere Blätter entnommen werden, während die Pflanze weiterwächst. Grünkohl muss deshalb nicht zwangsläufig mit einer einzigen Ernte vollständig vom Feld verschwinden.
Kälte verändert den Stoffwechsel der Pflanze
Sinken die Temperaturen, reagiert Grünkohl mit Veränderungen seines Stoffwechsels. Unter anderem kann sich dabei das Verhältnis verschiedener Zucker und anderer Inhaltsstoffe in den Blättern verändern.
Das kann dazu führen, dass der Geschmack nach längerer kühler Witterung milder oder süßlicher wahrgenommen wird. Ein tatsächlicher Frost ist dafür jedoch keine zwingende Voraussetzung.
Grünkohl gehört botanisch zu einer erstaunlichen Familie
Grünkohl gehört zur gleichen Art wie zahlreiche andere bekannte Kohlgemüse. Auch Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Kohlrabi, Brokkoli und Blumenkohl gehen auf Formen von Brassica oleracea zurück.
Durch jahrhundertelange Züchtung wurden jeweils andere Pflanzenteile besonders ausgeprägt. Beim Grünkohl standen die Blätter im Mittelpunkt, während beim Kohlrabi beispielsweise die verdickte Sprossachse entscheidend ist.
Die kräftige grüne Farbe entsteht nicht zufällig
Die Blätter enthalten viel Chlorophyll, das für ihre charakteristische grüne Farbe verantwortlich ist. Weil die Blätter offen wachsen und dem Licht direkt ausgesetzt sind, können sie kräftige Grüntöne entwickeln.
Beim Erhitzen kann sich die Farbe verändern. Wie deutlich das geschieht, hängt unter anderem von Garzeit, Temperatur und Zubereitungsart ab.
Grünkohl ist auf dem Feld erstaunlich robust
Grünkohl verträgt niedrige Temperaturen deutlich besser als viele andere Gemüsearten und kann deshalb lange in die kalte Jahreszeit hinein auf dem Feld stehen. Das hat seinen Ruf als typisches Wintergemüse entscheidend geprägt.
Wie winterhart eine Pflanze tatsächlich ist, hängt allerdings von Sorte, Entwicklungsstand und Witterung ab. „Wintergemüse“ bedeutet deshalb nicht, dass jeder Grünkohl unbegrenzt starken Frost verträgt.