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Frischer Grünkohl wird auf einem Holzbrett mit einem Messer geschnitten.

Grünkohl – krause Blätter, kräftiger Charakter

Was macht Grünkohl so besonders?

Grünkohl fällt mit seinen kräftig gekrausten Blättern sofort auf und gehört zu den klassischen Wintergemüsen. Sein würziger Geschmack verändert sich je nach Zubereitung deutlich – und auch abseits deftiger Gerichte lässt sich Grünkohl überraschend vielseitig verwenden.

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10 Fragen rund um Grünkohl

Warum sind seine Blätter so stark gekraust, was hat es mit Frost auf sich und wie lässt sich Grünkohl am besten zubereiten? Hier kommen die wichtigsten Antworten rund um den grünen Winterklassiker.

Grünkohl auf dem Feld mit kräftig grünen, dicht gekrausten Blättern.

Wie schmeckt Grünkohl und wofür eignet er sich?

Grünkohl schmeckt kräftig, würzig und typisch kohlartig. Je nach Sorte, Erntezeit und Zubereitung kann er außerdem leicht herb bis angenehm süßlich wirken.

Traditionell wird Grünkohl gekocht oder geschmort und mit herzhaften Zutaten kombiniert. Die Blätter eignen sich aber ebenso für Suppen, Pfannengerichte, Aufläufe oder als Gemüsebeilage.

Auch roh lässt sich Grünkohl verwenden, etwa fein geschnitten in Salaten oder Smoothies. Im Backofen können aus den Blättern außerdem knusprige Grünkohlchips entstehen.

 

Kann man Grünkohl roh essen?

Ja, Grünkohl kann roh gegessen werden. Besonders junge und zarte Blätter eignen sich dafür, da sie weniger fest und meist milder als ältere Blätter sind.Für Salate werden die kräftigen Stiele entfernt und die Blätter fein geschnitten. Etwas Öl oder Dressing einzumassieren macht die feste Blattstruktur weicher und angenehmer beim Essen.Wer rohen Kohl nicht gut verträgt, sollte zunächst eine kleinere Menge probieren. Durch Dünsten, Blanchieren oder kurzes Braten wird Grünkohl weicher und für manche Menschen bekömmlicher.

Muss Grünkohl wirklich erst Frost bekommen?

Nein, Grünkohl muss keinen Frost bekommen, bevor er geerntet werden kann. Niedrige Temperaturen können seinen Geschmack jedoch beeinflussen und ihn milder beziehungsweise süßlicher erscheinen lassen.Bei kühler Witterung verändert sich der Stoffwechsel der Pflanze. Dabei kann sich unter anderem die Zusammensetzung löslicher Zucker verändern. Entscheidend ist also nicht allein ein tatsächlicher Frost.Moderne Sorten können deshalb auch vor dem ersten Frost gut schmecken. Die alte Regel „Grünkohl braucht Frost“ beschreibt eher eine traditionelle Erfahrung als eine zwingende Voraussetzung.

Welche Teile vom Grünkohl kann man essen?

Beim Grünkohl werden vor allem die krausen Blätter gegessen. Die kräftigen Blattstiele und Mittelrippen sind ebenfalls essbar, benötigen wegen ihrer festeren Struktur aber meist länger zum Garen.Für viele Gerichte werden die Blätter deshalb von den dicken Stielen abgestreift. Dünnere Blattadern können problemlos mitverarbeitet werden und werden beim Garen schnell weich.Die entfernten Stiele müssen nicht automatisch weggeworfen werden. Fein geschnitten lassen sie sich beispielsweise länger garen und in Suppen, Eintöpfen oder Gemüsepfannen verwenden.

Wie putzt und schneidet man Grünkohl richtig?

Grünkohl wird zunächst gründlich gewaschen, da sich zwischen den stark gekrausten Blättern Erde und kleine Verunreinigungen sammeln können. Danach werden beschädigte Stellen entfernt.Die Blätter lassen sich anschließend vom kräftigen Mittelstiel abziehen oder mit einem Messer abschneiden. Je nach Gericht werden sie grob zerteilt, in Streifen geschnitten oder fein gehackt.Bei größeren Mengen kann es praktisch sein, den Grünkohl in einer Schüssel mit reichlich Wasser zu waschen. Anschließend gut abtropfen lassen oder trocknen, besonders wenn er gebraten oder gebacken werden soll.

Wie bereitet man Grünkohl besonders schonend zu?

Grünkohl muss nicht grundsätzlich lange gekocht werden. Kurzes Dünsten, Blanchieren oder Braten reicht aus, wenn die Blätter zart bleiben und noch etwas Struktur behalten sollen.Fein geschnittener Grünkohl benötigt deutlich weniger Garzeit als ganze oder grob zerteilte Blätter. Für traditionelle Schmorgerichte darf er dagegen länger garen und entsprechend weicher werden.Welche Methode am besten passt, hängt deshalb vom Gericht ab. Für Gemüsepfannen ist kurzes Garen sinnvoll, während Suppen und klassische Grünkohlgerichte von einer längeren Garzeit profitieren können.

Welche Gewürze passen gut zu Grünkohl?

Zu Grünkohl passen kräftige Gewürze wie Pfeffer, Muskat, Senf und Kümmel. Auch Knoblauch, Zwiebeln und eine leichte Schärfe harmonieren gut mit seinem würzigen Kohlgeschmack.Für modernere Zubereitungen eignen sich außerdem Zitronensaft, Chili oder Ingwer. Säure kann besonders bei kurz gegartem oder rohem Grünkohl einen frischen Gegenpol zu seinem kräftigen Aroma setzen.Die Würzung richtet sich am besten nach der Zubereitung. Ein klassisches Schmorgericht verträgt andere Aromen als ein Salat, eine Gemüsepfanne oder knusprig gebackene Grünkohlchips.

Wie lange ist frischer Grünkohl haltbar?

Frischer Grünkohl ist deutlich empfindlicher als feste Kopfkohlsorten und sollte möglichst zeitnah verwendet werden. Im Kühlschrank bleibt er in der Regel einige Tage frisch.Die Blätter sollten kühl gelagert und vor starkem Austrocknen geschützt werden. Vor der Lagerung ist es sinnvoll, beschädigte oder bereits welke Blätter auszusortieren.Welkt Grünkohl leicht, ist er nicht automatisch verdorben. Bei schleimigen Stellen, Schimmel oder unangenehmem Geruch sollte er dagegen nicht mehr verwendet werden.

Kann man Grünkohl einfrieren?

Ja, Grünkohl lässt sich gut einfrieren. Dafür wird er gründlich gewaschen, von groben Stielen befreit und vor dem Einfrieren meist kurz blanchiert.Nach dem Blanchieren den Grünkohl rasch abkühlen, gut abtropfen lassen und portionsweise einfrieren. So lässt er sich später genau in der benötigten Menge entnehmen.Nach dem Auftauen verliert das Blatt etwas von seiner ursprünglichen Struktur. Für Suppen, Eintöpfe, Pfannengerichte oder klassischen gekochten Grünkohl spielt das meist kaum eine Rolle.

 

Was ist der Unterschied zwischen Grünkohl und Wirsing?

Grünkohl bildet keinen geschlossenen Kohlkopf, sondern trägt seine krausen Blätter offen an einem kräftigen Stängel. Wirsing dagegen gehört zu den Kopfkohlen und bildet einen lockeren, rundlichen Kopf.

Auch die Blätter unterscheiden sich deutlich. Grünkohl ist stark gekraust und meist fester, während Wirsing größere, blasig gewellte Blätter besitzt, die innerhalb des Kopfes zunehmend heller werden.

Beide können gekocht, gedünstet oder geschmort werden, verhalten sich in der Küche aber unterschiedlich. Grünkohl bleibt charakteristisch kräftig, während Wirsing beim Garen meist schneller zart wird.

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Grünkohl genauer betrachtet

Wie wächst Grünkohl eigentlich, warum bildet er keinen Kohlkopf und was passiert bei niedrigen Temperaturen in seinen Blättern? Hier geht es um Besonderheiten, die über Zubereitung und Verwendung hinausgehen.

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Grünkohl bildet keinen klassischen Kohlkopf

Anders als Weißkohl, Rotkohl oder Wirsing schließen sich die Blätter des Grünkohls nicht zu einem festen Kopf zusammen. Sie wachsen entlang eines kräftigen Stängels und bleiben weitgehend offen.

Geerntet werden die einzelnen Blätter beziehungsweise die Blattpartien der Pflanze. Dadurch unterscheidet sich Grünkohl schon im Aufbau deutlich von den klassischen Kopfkohlsorten.

Die krausen Blätter sind typisch für viele Grünkohlsorten

Die stark gewellte bis fein gekräuselte Blattoberfläche entsteht bereits während des Wachstums. Je nach Sorte können Form, Farbe und Stärke der Kräuselung deutlich unterschiedlich ausfallen.

Neben den bekannten sattgrünen Formen gibt es beispielsweise auch dunkelgrüne, blaugrüne oder violett gefärbte Grünkohlsorten. Grünkohl ist botanisch und optisch vielfältiger, als das klassische Bild vermuten lässt.

Grünkohl wächst von unten nach oben

Die älteren Blätter sitzen weiter unten am Stängel, während sich an der Spitze laufend neue Blätter entwickeln. Mit zunehmendem Wachstum kann dadurch eine stattliche Pflanze mit deutlich sichtbarem Stamm entstehen.

Bei der Ernte können einzelne äußere Blätter entnommen werden, während die Pflanze weiterwächst. Grünkohl muss deshalb nicht zwangsläufig mit einer einzigen Ernte vollständig vom Feld verschwinden.

Kälte verändert den Stoffwechsel der Pflanze

Sinken die Temperaturen, reagiert Grünkohl mit Veränderungen seines Stoffwechsels. Unter anderem kann sich dabei das Verhältnis verschiedener Zucker und anderer Inhaltsstoffe in den Blättern verändern.

Das kann dazu führen, dass der Geschmack nach längerer kühler Witterung milder oder süßlicher wahrgenommen wird. Ein tatsächlicher Frost ist dafür jedoch keine zwingende Voraussetzung.

Grünkohl gehört botanisch zu einer erstaunlichen Familie

Grünkohl gehört zur gleichen Art wie zahlreiche andere bekannte Kohlgemüse. Auch Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Kohlrabi, Brokkoli und Blumenkohl gehen auf Formen von Brassica oleracea zurück.

Durch jahrhundertelange Züchtung wurden jeweils andere Pflanzenteile besonders ausgeprägt. Beim Grünkohl standen die Blätter im Mittelpunkt, während beim Kohlrabi beispielsweise die verdickte Sprossachse entscheidend ist.

Die kräftige grüne Farbe entsteht nicht zufällig

Die Blätter enthalten viel Chlorophyll, das für ihre charakteristische grüne Farbe verantwortlich ist. Weil die Blätter offen wachsen und dem Licht direkt ausgesetzt sind, können sie kräftige Grüntöne entwickeln.

Beim Erhitzen kann sich die Farbe verändern. Wie deutlich das geschieht, hängt unter anderem von Garzeit, Temperatur und Zubereitungsart ab.

Grünkohl ist auf dem Feld erstaunlich robust

Grünkohl verträgt niedrige Temperaturen deutlich besser als viele andere Gemüsearten und kann deshalb lange in die kalte Jahreszeit hinein auf dem Feld stehen. Das hat seinen Ruf als typisches Wintergemüse entscheidend geprägt.

Wie winterhart eine Pflanze tatsächlich ist, hängt allerdings von Sorte, Entwicklungsstand und Witterung ab. „Wintergemüse“ bedeutet deshalb nicht, dass jeder Grünkohl unbegrenzt starken Frost verträgt.