Kapern: Herkunft, Pflanze und Ernte
Wo wachsen Kapern?
Kapern wachsen hauptsächlich im Mittelmeerraum, wo der Echte Kapernstrauch (Capparis spinosa) an das warme, trockene Klima angepasst ist. Besonders verbreitet ist der Anbau in Ländern wie Italien, Spanien, Griechenland und der Türkei.
Die Pflanze bevorzugt sonnige Standorte und durchlässige, eher nährstoffarme Böden. Kapernsträucher wachsen häufig an felsigen Hängen, auf steinigen Flächen und sogar in alten Mauerritzen.
Bekannt sind vor allem die Kapern von der italienischen Insel Pantelleria und den Äolischen Inseln. Dort werden die kleinen Blütenknospen traditionell geerntet und häufig mit Meersalz haltbar gemacht.
Wie wachsen Kapern und wie werden sie geerntet?
Kapern wachsen als Blütenknospen am Kapernstrauch. Die mehrjährige Pflanze bildet lange, oft überhängende Triebe und auffällige weißliche Blüten mit zahlreichen violetten Staubfäden. Geerntet werden die Knospen, bevor sie sich öffnen.
Die Ernte erfolgt überwiegend von Hand, da die Knospen klein und empfindlich sind. Während der Erntezeit werden die Sträucher regelmäßig kontrolliert, weil sich die Blütenknospen unterschiedlich schnell entwickeln.
Frisch geerntete Kapern schmecken zunächst deutlich bitter. Erst durch das Einlegen in Salz, Salzlake oder Essig entwickeln sie ihren typischen würzigen Geschmack und werden länger haltbar.
Welche Kapernsorten und Größen gibt es?
Im Handel werden Kapern vor allem nach ihrer Größe unterschieden. Besonders kleine Kapern gelten häufig als fein und aromatisch. Größere Kapern haben meist eine etwas festere Struktur und können geschmacklich kräftiger wirken.
Die Größenklassen tragen traditionelle Handelsbezeichnungen. Dazu gehören Nonpareilles, Surfines, Capucines, Capotes und Grusas. Die Einteilung richtet sich nach dem Durchmesser der Blütenknospen.
Neben der Größe beeinflussen auch Herkunft und Verarbeitung den Geschmack. Kapern in Meersalz schmecken oft intensiver und weniger essigsauer als Kapern in Essiglake. Eine größere Kaper ist deshalb nicht automatisch schlechter.
Kapern essen und richtig verwenden
Kann man Kapern direkt aus dem Glas essen?
Ja, handelsübliche eingelegte Kapern können direkt aus dem Glas gegessen werden. Sie sind bereits durch Salz, Essig oder eine entsprechende Einlegeflüssigkeit konserviert und müssen vor dem Verzehr normalerweise nicht gekocht werden.
Kapern schmecken pur recht intensiv. Deshalb werden sie häufig in kleinen Mengen zu Salaten, Antipasti, Fischgerichten oder kalten Saucen gegeben. Besonders gut passen sie zu Zutaten mit mildem Eigengeschmack.
Wichtig ist, die Angaben auf der Verpackung zu beachten. Kapern in Salz müssen häufig vor dem Verzehr gewässert oder abgespült werden, während Kapern in Lake meist sofort verwendet werden können.
Muss man Kapern vor dem Essen abspülen?
Ob Kapern abgespült werden sollten, hängt vor allem von ihrer Konservierung ab. Kapern in Essig- oder Salzlake können normalerweise direkt verwendet werden. Wer einen milderen Geschmack bevorzugt, kann sie kurz unter Wasser abspülen.
Bei trocken in Meersalz eingelegten Kapern empfiehlt es sich, überschüssiges Salz gründlich zu entfernen. Je nach Salzgehalt können die Knospen anschließend einige Minuten in Wasser eingeweicht werden.
Durch das Abspülen wird der Geschmack weniger salzig oder sauer. Gleichzeitig geht ein Teil der würzigen Einlegeflüssigkeit verloren. Deshalb lohnt es sich, Kapern vor der Verwendung kurz zu probieren.
Wie verwendet man Kapern beim Kochen?
Kapern eignen sich besonders gut zum Würzen von Saucen, Pasta, Fischgerichten und mediterranen Gemüsegerichten. Ihr kräftiges Aroma sorgt für eine salzige, leicht säuerliche Note und ergänzt milde Zutaten.
In warmen Speisen werden Kapern häufig erst gegen Ende der Zubereitung hinzugefügt. So bleibt ihr charakteristischer Geschmack gut erhalten. Für Königsberger Klopse kommen sie beispielsweise in die helle, leicht säuerliche Soße.
Auch kalt lassen sich Kapern vielseitig verwenden. Fein gehackt passen sie in Remoulade, Kartoffelsalat, Kräuterquark oder Dressings. Die Einlegeflüssigkeit kann in kleinen Mengen zusätzlich zum Abschmecken dienen.
Was sind Nonpareilles-Kapern?
Nonpareilles sind besonders kleine Kapern, die nach ihrem Durchmesser sortiert werden. Sie gehören zu den kleinsten handelsüblichen Größenklassen und messen üblicherweise bis etwa sieben Millimeter.
Die kleinen Blütenknospen werden häufig wegen ihrer feinen Struktur und ihres ausgewogenen Geschmacks geschätzt. Sie eignen sich besonders zum Verfeinern von Saucen, Salaten und anderen Gerichten, bei denen die Kapern ganz bleiben sollen.
Der Begriff Nonpareilles bezeichnet keine eigene Pflanzenart, sondern eine Handelsgröße. Geschmack und Qualität hängen zusätzlich von der Herkunft, dem Erntezeitpunkt und der Art der Konservierung ab.
Kapern richtig lagern und haltbar machen
Wie lange sind Kapern nach dem Öffnen haltbar?
Geöffnete Kapern können bei richtiger Lagerung häufig noch mehrere Wochen haltbar sein. Wie lange genau, hängt von der Konservierung, dem Salz- oder Säuregehalt und den Angaben des Herstellers ab.
Kapern in Salzlake oder Essig sollten nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wichtig ist, dass die Knospen möglichst vollständig von der Einlegeflüssigkeit bedeckt bleiben und nur mit sauberem Besteck entnommen werden.
Verändern sich Geruch, Farbe oder Konsistenz auffällig oder bildet sich Schimmel, sollten die Kapern entsorgt werden. Die aufgedruckten Lagerungs- und Verbrauchshinweise haben immer Vorrang vor allgemeinen Richtwerten.
Wie bewahrt man eingelegte Kapern richtig auf?
Ungeöffnete Kapern werden entsprechend den Herstellerangaben gelagert. Viele haltbar gemachte Produkte können an einem kühlen, trockenen und lichtgeschützten Ort aufbewahrt werden, solange das Glas ungeöffnet ist.
Nach dem Öffnen gehören Kapern in Essig- oder Salzlake normalerweise in den Kühlschrank. Die Einlegeflüssigkeit schützt die Knospen vor dem Austrocknen und trägt zu ihrer Haltbarkeit bei.
Kapern in trockenem Meersalz benötigen dagegen eine möglichst trockene Lagerung nach Packungsangabe. Feuchtigkeit kann die Qualität beeinträchtigen. Grundsätzlich sollten die Knospen immer mit sauberem Besteck entnommen werden.
Was ist der Unterschied zwischen Kapern in Salz und Kapern in Lake?
Kapern in Salz werden nach der Ernte mit Meersalz konserviert. Dabei verlieren die Blütenknospen einen Teil ihrer Feuchtigkeit und entwickeln einen konzentrierten, würzigen Geschmack. Vor der Verwendung muss überschüssiges Salz meist entfernt werden.
Kapern in Lake liegen dagegen in einer Flüssigkeit, die Salz und häufig auch Essig enthält. Sie schmecken deshalb je nach Rezeptur deutlich säuerlicher und können meistens direkt aus dem Glas verwendet werden.
Welche Variante besser passt, hängt vom Gericht und vom persönlichen Geschmack ab. Kapern in Salz eignen sich besonders für eine intensive Würze, während Kapern in Essiglake zusätzlich eine frische, säuerliche Note mitbringen.