Welche Lebensmittel sind fermentiert?
Zu den bekanntesten fermentierten Lebensmitteln gehören Sauerkraut, Kimchi, Joghurt, Kefir, Sauerteig, Miso und Tempeh. Auch Käse, Sojasauce und einige weitere Lebensmittel entstehen mithilfe unterschiedlicher Fermentationsprozesse.
Die Ausgangsprodukte können dabei sehr verschieden sein. Gemüse lässt sich ebenso fermentieren wie Milch, Getreide oder Hülsenfrüchte. Welche Mikroorganismen beteiligt sind und wie lange die Fermentation dauert, hängt vom jeweiligen Lebensmittel und Herstellungsverfahren ab.
Nicht jedes Produkt einer solchen Lebensmittelgruppe ist jedoch automatisch fermentiert. Entscheidend ist immer die Herstellung. Auch eine spätere Erhitzung oder Weiterverarbeitung kann die Eigenschaften eines fermentierten Lebensmittels verändern.
Wie funktioniert Fermentation bei Lebensmitteln?
Bei der Fermentation wandeln Mikroorganismen bestimmte Bestandteile eines Lebensmittels um. Je nach Verfahren sind beispielsweise Milchsäurebakterien, Hefen oder bestimmte Schimmelpilze beteiligt, die unterschiedliche Stoffwechselprozesse auslösen.
Bei der Milchsäuregärung werden beispielsweise Zucker zu Milchsäure umgewandelt. Dadurch sinkt der pH-Wert und es entsteht ein saures Milieu. Andere Fermentationsarten beruhen auf Hefen oder speziellen Pilzkulturen und führen entsprechend zu anderen Veränderungen.
Welche Prozesse stattfinden, hängt vom Ausgangsprodukt, den vorhandenen Kulturen und den Bedingungen während der Fermentation ab. Temperatur, Zeit, Salzgehalt und Sauerstoff können dabei eine wichtige Rolle spielen.
Warum werden Lebensmittel fermentiert?
Fermentation wurde traditionell vor allem genutzt, um Lebensmittel zu verändern und ihre Haltbarkeit zu verlängern. Gleichzeitig entstehen dabei charakteristische Geschmacksrichtungen, Aromen und Konsistenzen, die viele fermentierte Produkte auszeichnen.
Bei Gemüse kann die Fermentation beispielsweise einen deutlich säuerlichen Geschmack hervorbringen. Milch verändert sich bei der Herstellung von Joghurt oder Kefir, während bei Sauerteig sowohl Säuren als auch typische Aromen entstehen.
Heute wird Fermentation deshalb nicht nur zur Konservierung eingesetzt. Das Verfahren ist zugleich Bestandteil zahlreicher traditioneller Lebensmittel und wird gezielt genutzt, um bestimmte geschmackliche und technologische Eigenschaften zu erzeugen.
Sind fermentierte Lebensmittel gesund?
Fermentierte Lebensmittel können Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung sein, ihre ernährungsphysiologischen Eigenschaften unterscheiden sich jedoch erheblich. Entscheidend sind das jeweilige Ausgangsprodukt, die verwendeten Kulturen und die weitere Verarbeitung.
Einige nicht erhitzte fermentierte Lebensmittel können lebende Mikroorganismen enthalten. Das gilt jedoch nicht automatisch für jedes fermentierte Produkt, denn durch Erhitzen oder andere Verarbeitungsschritte können Mikroorganismen reduziert oder inaktiviert werden.
Pauschale Aussagen, fermentierte Lebensmittel seien grundsätzlich besonders gesund, greifen deshalb zu kurz. Sauerkraut, Joghurt, Miso oder Sauerteig unterscheiden sich in Zusammensetzung und Nährwert deutlich und sollten jeweils als Lebensmittel betrachtet werden.