Unser Kundenbrief
frisch aus der Hofkiste

Monatsbrief November 2019

Bitter

Liebe Kundinnen und Kunden,

der Sommer ist nun wirklich vorbei und wir müssen Ihnen mitteilen, dass Tomaten, Gurken und Co. jetzt nur noch bedingt an erster Stelle auf dem Kochplan stehen.

Wie das wissen Sie schon! Nur noch wenige Zeitgenossen wissen, was eine saisonale und regionale Küche zu bieten hat. Was wächst wann und wo und vor allem wie bekomme ich schmackhaft und schnell die Zubereitung hin.

Manch exotische und importierte Lebensmittel versprechen mehr Lifestyle und das Gefühl nicht von Gestern zu sein. Veränderte Familienstrukturen die maximal ein gemeinsames Familienessen in der Woche ermöglichen, lassen einen zurückschrecken vor den althergebrachten Kochmustern. Schade! Man gewinnt so wenig, aber verliert so viel. Gemeinsames Kochen, hat manch zerrüttete Beziehung wieder gekittet, bringt Freude  mit den Kindern, erweitert den Geschmackshorizont und ist auf jeden Fall besser, als eine schlechte Unterhaltung im Bekanntenkreis.

Wir Gemüsegärtner haben den ganzen Sommer in Trockenheit und Hitze tolles Gemüse angebaut um zu sehen, dass halb Deutschland take away oder Fertiggerichte für die Mikrowelle verzehrt. Klima- und Bauernschutz sieht da anders aus. Regional essen bedeutet Klimaschutz. Bewahrt Arbeitsplätze in der Region und ist zudem noch gesund. Ok, wir geben zu, wir sind  ein wenig frustriert. Die meisten von Ihnen folgen uns zwar kulinarisch durch das Jahr, aber auch immer mehr wollen dies nicht mehr. Weißkohl ist schon zum toten Gemüse erklärt worden und man hat das Gefühl Wirsing, Mangold, Fenchel, Sellerie und Co. kennen viele Zeitgenossen weder in Bild noch in Geschmack. Die Bitterstoffe von Endivien, Radiccio, Zuckerhutsalat und Chicorée, regen die Verdauung an und sorgen für ein Gleichgewicht von Magen und Darm.

Aber versuchen Sie das mal an einen Ungeübten zu verfüttern. Die industrielle Verarbeitung von Lebensmitteln, mit Ihrem massiven Einsatz von Zucker und künstlichen Geschmacksstoffen, haben uns verführt und abhängig gemacht. Unser Geschmackssinn liegt an der Kette von Food Designern. Wer aber das Bittere nicht kennt, weiß das Süße  nicht zu schätzen. Vertrauen Sie also den bäuerlichen Ur-Instinkten und erhalten Sie die Vielfalt der Geschmäcker. Vor allem wenn es auch noch gesund für Körper und Klima ist. Übrigens wissen unsere Tiere in Wald und Flur noch was gut ist, Zuckerhut und Endivien sind die erste Wahl bei Hase und Reh, da hilft auch manch starker Zaun nicht.

Auf die Vielfalt im Magen und in der Natur.

Schönen Herbst von den Gärtnern aus Süchterscheid

#KölleForFuture

Die Klimademo für alle,

die morgens keine Zeit haben

https://parentsforfuture.de/de/k%C3%B6ln

 

JUNG&ALT: jetzt erst recht!

Komm zum 4. GLOBALEN

KLIMASTREIK 29.11.

https://www.parentsforfuture.de/system/files/2019-10/FFF_P4F_Flyer_29.11_online_0.pdf

 

Eine leckere Inspiration aus der Hofküche

Blumenkohl-Eier-Ragout

Rezept der KW 47

Zutaten

  • 600g Blumenkohl
  • 1 Bund Zwiebeln
  • 0,25l Milch
  • 150g Kochschinken
  • 40 g Butter
  • 2 EL Currypulver
  • 30g Mehl
  • 250g Sahneschmelzkäse
  • 5 gekochte Eier
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Bund Petersilie

Zubereitung
 

Den Blumenkohl putzen, abspülen und in kleine Röschen teilen. Frühlingszwiebeln putzen, abspülen und schräg in Ringe schneiden. Kochschinken in Würfel schneiden. In einem Topf 3/8 Liter Wasser mit einem Schuss Milch aufkochen lassen und die Blumenkohlröschen darin zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 10 Minuten garen. Kurz vor Ende der Garzeit die Frühlingszwiebelringe zugeben und kurz mit garen lassen aber noch "Biss haben". Anschließend abgießen und dabei das Gemüsekochwasser auffangen. Im selben Topf die Butter erhitzen. Currypulver und Mehl darin anschwitzen. Gemüsekochwasser und die restliche Milch unter Rühren zugießen und aufkochen lassen. Dabei immer wieder Rühren. Schmelzkäse in die Soße geben und unter gelegentlichem Rühren darin schmelzen. Soße mit Salz und Pfeffer würzen und abschmecken. Alles noch mal aufkochen lassen. Eier pellen und halbieren. Gemüse und Kochschinkenwürfel in die Soße geben. Die Eihälften in die Soße geben und darin erwärmen. Mit gehackter Petersilie bestreuen und servieren.

 

70 Liter Regen

..in 2 Tagen (die Hälfte des Oktobersolls) und doch ist unser Boden in 30 cm Tiefe noch trocken. Ich hatte vorgesorgt und mir diesmal sicherheitshalber die Gummistiefel angezogen. Die Hosen und Stiefel unserer Gärtner ließen viel Matsch auf dem Feld und Weg erahnen und unsere Fahrt mit Ritas Bus war ziemlich abenteuerlich. Der Matsch auf den Feldwegen ließ uns ganz schön schwimmen.

 

Der Regen lässt das Unkraut wachsen, auch wenn es hilft die Feuchtigkeit im Boden zu lassen und Schatten zu spenden, zu viel sollte es jedoch nicht werden. Allerdings fällt es schwer etwas dagegen zu tun, da die Maschinen schlichtweg im Lehm stecken bleiben. 50% unserer Flächen liegen bereits unter Gründüngung. Je mehr desto besser, dass spart im Frühjahr den zugekauften Dünger und fördert die Humusbildung. Und an Schädlingen fürchten unsere Gärtner nun mehr Hasen und Tauben, aber auch die Kohleule oder der Frostspanner, dessen Raupen sich einmal quer durch den Kohl fressen und unschöne Löcher hinterlassen, sind nicht gern gesehen.

Bis auf unsere Salate ist der Sommer in der Gärtnerei nun endgültig vorbei, der Kürbis ist abgeerntet und eingelagert und den Zucchini wird es selbst im Gewächshaus mit den sinkenden Nachttemperaturen einfach zu kalt.

Freuen wir uns also auf den Winter mit Kohlgemüse und leckeren Wintersalaten.

 

Von: Melanie Bernards Verkaufsteam

Eine kleine Warenkunde zu unseren Wintersalaten:

Angeführt von unserem Zuckerhut gehören Radiccio, Endivie und Chicorée zu den Wintersalaten. Warum die Salate zwischen Winter und Sommersalat unterschieden werden, hat zum einen mit dem Anbau zu tun und zum anderen schlichtweg mit dem Geschmack. Es wird bitter.

Das sollte jedoch niemanden abschrecken. Denn die Bitterstoffe lassen sich wunderbar mit etwas Obst versüßen. Probieren Sie es doch einfach mal aus. Auch wenn die Industrie uns den Geschmack „Bitter“ quasi versüßt oder versalzen hat.

Nutzen wir die Gelegenheit, dass Clementine, Orange und Co. in genau dem richtigen Moment wieder den Weg in unsere Kisten gefunden hat. Denn gerade die Süße dieser runden Vitaminbomben ist der perfekte Ausgleich um die Bitterstoffe abzumildern.

Wir freuen uns jedes Jahr aufs Neue auf unseren Zuckerhut. Er lässt sich auf den Feldern gut pflegen und bringt mit Radiccio frische und Farbe in unsere Kisten. Und sollte Ihnen der Zuckerhut mal zu groß sein, dann verwenden Sie einfach den oberen Teil als Salat, nehmen den unteren für leckere Quiche und Aufläufe oder Sie legen den nicht gebrauchten Teil in den Kühlschrank. Als Lagersalat ist der Zuckerhut bis zu 3 Wochen angeschnitten haltbar.

 

Von: Nicole Wolf Verkaufsleitung

 

Warenkunde

Chicorée

Schon gewusst?

Chicorée wird häufig auch als Kaffeeersatz verwendet, der Muckefuck genannt wird. Dafür wird die getrocknete Wurzel in kleine Stücke geschnitten und im Ofen drei Stunden lang geröstet. Danach können die Stücke wie ganz normaler Kaffee gemahlen werden.

 

Weiterlesen ...

Wo kommt’s her?

Die genaue Entstehungsgeschichte des Chicorée ist unklar. Aber es wird vermutet, dass der Belgier und Hofgartenmeister Monsieur Bresier hat 1846 den Chicorée „erfunden“ hat! Es ist einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass die Vorzüge dieses leckeren Gemüses erkannt wurden. Denn als Herr Brezier 1845 nach einer reichen Ernte von Zicchorienwurzeln (aus ihnen wurde nämlich ein Kaffee-Ersatz hergestellt) zur Lagerung in Erde eingrub, war es wohl keineswegs seine Absicht, dass die Wurzeln Knospen austreiben. Als er schließlich die Triebe kostete, fand er sie durchaus schmackhaft - die Geburtsstunde des heute ebenso bekannten wie beliebten Chicorées war gekommen!

Wie wird’s verwendet?

Nach der Ernte sollte Chicorée möglichst kühl und dunkel gelagert werden. Nach dem Einkauf ist er nur drei bis vier Tage im Kühlschrank haltbar. Um ihn möglichst lange frisch zu halten, sollte dieser zusätzlich in ein feuchtes Tuch eingewickelt werden. Vor allem aber sollte Licht vermieden werden, denn dadurch wird der Chicorée bitter. Mit Zitronensaft lässt sich der bittere Geschmack neutralisieren. Das Gemüse eignet sich hervorragend als Rohkost in Salaten oder als Zutat in Aufläufen.

Was bringt’s mit?

Chicorée ist reich an Vitamin A, B, C und Folsäure und daher ein beliebtes Wintergemüse. Kalorien hat Chicorée dagegen wenig, 100 Gramm des Gemüses enthalten nur 15 Kilokalorien. Es hat einen leicht bitteren Geschmack, der sich zunehmend entwickelt, je mehr Licht das Gemüse bekommt. Der Inhaltsstoff, der für den bitteren Geschmack verantwortlich ist, regt den Appetit an und fördert die Verdauung. Das Blattgemüse enthält außerdem viel Kalium, Mineralstoffe, Calcium und Magnesium.

Unser Tipp:

Bei der Zubereitung sollte eine Pfanne oder ein Topf aus Eisen verwendet werden, da sich das Gemüse sonst schwarz färben würde.